Erster Arbeitstag

Als ich mich heute an meinen neuen, von mir so genannten Arbeitsplatz oder Ort der Arbeit begeben wollte, fand ich das Kassenhäuschen unbesetzt, die Tür verschlossen und daran befestigt dieses Schild:

Gleichwohl halte ich daran fest, dass die 13 des heutigen Datums nicht für Pech von Anfang an und ohne Ende, sondern für Glück und Erfolg steht.

Den physischen Zutritt kann man mir verwehren, den geistigen nicht. So nutze ich die nicht im Garten verbrachte Zeit für ein Resumé meiner Pläne und Absichten.

Schon seit etlichen Jahren gehe ich regelmäßig (phasenweise beinahe täglich) in oder durch den Stadtgarten. Wenn ich von der Wohnung aus zu Fuß in die Innenstadt oder von dort wieder nach Hause will, bietet sich das an. Vor einigen Monaten habe ich damit begonnen, im Stadtgarten zu zeichnen, zu fotografieren und zu filmen. Zunächst war es vor allem der Japanische Garten, in dem ich Zwischenstopps einlegte und Tablet-Zeichnungen und Fotos machte.

Als Holzbildhauer und bildender, aber auch schreibender Künstler kehre ich derzeit gewissermaßen zu meinen prä- und post-abituriellen Wurzeln zurück. Das heißt, ich interessiere mich wieder verstärkt, wenn nicht ausschließlich, für die Kunst des Darstellens der sichtbaren Welt. Nun kann man natürlich prinzipiell alles, was einen umgibt, zeichnen, malen, fotografieren, filmen oder dreidimensional abbilden. Um nicht willkürlich drauflos zu zeichnen oder angesichts der Vielzahl an Möglichkeiten in dauerhaft tatenlose Unschlüssigkeit zu verfallen, braucht man so etwas wie ein Programm. Eines meiner Programme heißt „Im Stadtgarten“.

Unter dieser Überschrift will ich das versammeln, was ansonsten womöglich nichts oder nur wenig miteinander zu tun hätte: beim oder durch den Aufenthalt im Stadtgarten entstandene Plastiken, Zeichnungen, Gemälde, Fotografien, Filme und Texte unterschiedlicher, im voraus nicht näher bestimmbarer Art. Was wohl dabei herauskommen wird?