Orpheus ante portas

An Debatten über Kunst, also darüber, ob etwas Bestimmtes (oder wann etwas im Allgemeinen) Kunst sei oder nicht sei, versuche ich möglichst nicht teilzunehmen. Bei meiner Arbeit spielt weder der eine wahre noch irgendein anderer Kunstbegriff keine Rolle nicht. Es kommt aber vor, dass mir etwas begegnet, bei dessen Anblick ich ausrufen möchte:  Seht her – das ist Kunst! Und nicht euer akademisch korrekt ausgedachtes oder vermeintlich marktkonform auf Hochglanz poliertes Surrogat, auf das ihr in eurer Hybris mit demselben sprachlichen Ausdruck und mit größter Selbstverständlichkeit Bezug zu nehmen pflegt. Solch eine Begegnung mit der Ereignis gewordenen Kunst hatte ich gestern vor dem Karlsruher Hauptbahnhof, als ich vor meinem Gang zur Zeichen-Arbeit im gegenüber gelegenen Stadtgarten noch ein paar Briefe in einen der Kästen neben dem Bahnhofseingang werfen wollte (und auch warf).

Zur ganzen ganz kurzen Geschichte („Orpheus vor dem Zoo“) geht’s hier entlang.